JuKu-Mobil geht an den Start

Im Januar 2019 beginnt das bayernweit einzigartige Modellprojekt einer mobilen Jugendkunstschule im Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge – Projektmanager und Termin für die Auftaktveranstaltung stehen bereits fest.

Titelbild: Die Leiterin des Jugendamts Sandra Wurzel, Projektleiter Stefan Frank, Sozialplanerin Sarah-Alena Thoma und Kreisjugendpfleger Martin Reschke (von links) vor dem zukünftigen Büro des JuKu-Mobils am Marktplatz von Wunsiedel.

Stefan Frank, Kultur-Macher aus Wunsiedel und ab Januar 2019 Projektmanager des Jugend-Kunst-Mobils, freut sich: „Ich bin überzeugt, dass dieses mobile Angebot kultureller Bildung genau das Richtige für unsere Region ist.“ Für zunächst drei Jahre wird ein Kleinbus im Landkreis Wunsiedel i.F. unterwegs sein, um zusammen mit Kooperationspartnern vor Ort qualitativ hochwertige kunst- und kulturpädagogische Angebote durchzuführen. An Bord des JuKu-Mobils: ein Künstler oder eine Künstlerin aus der Region, der oder die den Workshop durchführt sowie jede Menge Material auf der großen Ladefläche – angefangen von Leinwänden über Kameras bis hin zu Spraydosen und Druckwerkzeugen. Was man damit machen kann? Workshops, Projekte und Kurse wie Stop-Motion-Filmworkshops, Experimentierwerkstätten, Graffiti-Projekte, Buchdruck und vieles mehr. Dabei stehen die Prinzipien ganzheitlicher, non-formaler, künstlerisch-kreativer Bildung wie Lebensweltorientierung, Partizipation, Spartenvielfalt, Ergebnisoffenheit und Selbsttätigkeit im Vordergrund. Junge Menschen können sich im Rahmen von „JuKu-Mobil“ so auf vielfältige Weise mit ihren eigenen Interessen und Wünschen in ihrem „Lebensraum Fichtelgebirge“ produktiv auseinandersetzen.

Michael Witte, Vorstand des Landesverbands der Jugendkunstschulen und Kulturpädagogischen Einrichtungen in Bayern (LJKE Bayern e.V.), betont: „Jugendkunstschulen gehören selbstverständlich zur Infrastruktur kultureller Bildung in Stadt und Land. Unter den 50 Jugendkunstschulen in Bayern ist der ländliche Raum bislang signifikant unterrepräsentiert. Dies wollen wir gemeinsam mit unseren Partnern im Fichtelgebirge ändern, indem wir mit dem JuKu-Mobil ein auf den Bedarf angepasstes Angebot schaffen. Mobilität ist dabei entscheidend, damit auch die Bevölkerung in entlegeneren Ortschaften profitiert.“

Förderung durch Bundes- und kommunale Mittel

Ob in Schulen, Jugend- und Bürgertreffs oder bei Dorffesten – das JuKu-Mobil bringt Angebote kultureller Bildung direkt zu den Menschen. „Wenn die Kinder nicht zur Kunst kommen können, kommt die Kunst eben zu den Kindern!“ Dieses Argument überzeugte auch das Team des Kreisjugendamts Wunsiedel i.F., das sich auf die Ausschreibung des LJKE Bayern e.V. – Landesverband der Jugendkunstschulen und Kulturpädagogischen Einrichtungen – bewarb – und den Zuschlag erhielt. Der LJKE freut sich, mit seiner Konzeption das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in der Ausschreibung LANDKULTUR überzeugt zu haben. Unter 900 Bewerbungen ist das JuKu-Mobil eines von 300 geförderten Projekten. Gleichzeitig ist das Projekt in dieser Form und Vielfalt nur durch die großzügige finanzielle, personelle und ideelle Unterstützung des Landkreises Wunsiedel i.F. möglich geworden.

Kreisjugendpfleger Martin Reschke zeigt sich begeistert: „Im Fichtelgebirge finden die meisten künstlerischen, kulturellen und sozialen Angebote in den größeren Orten statt. Viele Eltern müssen ihre Kinder deshalb selbst mit dem Auto fahren, um ihnen die Teilnahme an Bildungs- und Kulturangeboten zu ermöglichen. Das JuKu-Mobil wird ein effektiver Baustein, um allen LandkreisbewohnerInnen ein flächendeckendes, professionelles und kontinuierliches kunst- und kulturpädagogisches Angebot zur Verfügung stellen zu können.“

Kulturelle Bildung als weicher Standortfaktor

Das JuKu-Mobil bringt kulturelle Bildung in Form von Jugendkunstschulformaten in den Landkreis Wunsiedel i.F. und macht kulturpädagogische Angebote so für eine breite Gruppe – für Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene – zugänglich. Es ist ein wichtiger Baustein, um möglichst vielen LandkreisbewohnerInnen ein flächendeckendes, professionelles und kontinuierliches kulturelles Angebot zur Verfügung zu stellen. Unkomplizierte, wohnortnahe und kostenlose oder günstige Teilnahmemöglichkeiten schaffen niedrigschwellige Zugänge zu kultur- und kunstpädagogischen Angeboten.

Damit will das Projekt zu mehr kultureller Teilhabe in einer ländlichen Region verhelfen und einen Beitrag leisten für „gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Bayern“ – so auch der Titel der Enquete-Kommission des bayerischen Landtags, die 2018 ihren Abschlussbericht vorlegte. Beim Fachtag des Bundes- und Landesverbandes der Jugendkunstschulen bjke und LJKE im März diesen Jahres in Nürnberg unterstrich der Landtagsabgeordnete Markus Ganserer dieses Argument: „Jugendkunstschulen sind wichtige weiche Standortfaktoren vor allem für junge Menschen in ländlichen Räumen“.

Auftaktveranstaltung und erste Schritte

Zunächst wird sich der JuKu-Mobil-Projektmanager Stefan Frank in den ersten Wochen des neuen Jahres darum kümmern, das neue Angebot bekannt zu machen: Logo, Flyer und Poster werden entwickelt, die Gestaltung des Busses soll zusammen mit Kindern und Jugendlichen erfolgen – sie sind schließlich die Hauptzielgruppe des Projekts. Gleichzeitig startet die Vernetzung der Akteure kultureller Bildung in der Region. Dazu gehören KünstlerInnen, PädagogInnen, Schulen und weitere Bildungseinrichtungen, aber auch Kinos, Altenheime, Werkstätten, Kulturvereine – jeder, der sich angesprochen fühlt, ist herzlich eingeladen mit dem JuKu-Mobil in Kontakt zu treten! Auch die weitere Akquise von Förderern dieses gemeinnützigen Projekts wird einen Teil von Herrn Franks Arbeit ausmachen. Die Initiatoren setzen darauf, Sponsoren auch unter den regionalen Unternehmen zu finden, die in der Arbeit des JuKu-Mobils einen echten Zugewinn für die Attraktivität des Fichtelgebirges sehen und dessen weiteren Ausbau unterstützen. Ein Ziel des Projekts ist schließlich die Verstetigung und Fortführung der mobilen Jugendkunstschule im Fichtelgebirge über den Projektzeitraum hinaus.

Einen ersten Eindruck vom JuKu-Mobil können sich alle Interessierte bei der Auftaktveranstaltung am Nachmittag des 22. Februar 2019 machen (der Ort wird noch bekannt gegeben): Im Rahmen eines Festes wird das JuKu-Mobil feierlich eingeweiht und bei verschiedenen Workshops kann man sich schon ein Bild über die Angebote des Projekts machen, Projektbeteiligte kennenlernen und Kontakte knüpfen.